
Ihr Browser versucht gerade eine Seite aus dem sogenannten Internet auszudrucken. Das Internet ist ein weltweites Netzwerk von Computern, das den Menschen ganz neue Möglichkeiten der Kommunikation bietet.
Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen. Dies ist im beidseitigen Interesse, da unnötige Angstzustände bei Ihnen verhindert werden, ebenso wie es uns vor profilierungs- und machtsüchtigen Politikern schützt.
Sollten Sie der Meinung sein, dass Sie diese Internetseite dennoch sehen sollten, so können Sie jederzeit durch normalen Gebrauch eines Internetbrowsers darauf zugreifen. Dazu sind aber minimale Computerkenntnisse erforderlich. Sollten Sie diese nicht haben, vergessen Sie einfach dieses Internet und lassen uns in Ruhe.
Die Umgehung dieser Ausdrucksperre ist nach §95a UrhG verboten.
Mehr Informationen unter www.politiker-stopp.de.
| Menu verstecken/anzeigen |
|
Menü |
[JB] BW-Tagebuch / Kasernenwache ![]() |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
|
KillerwacheDa die Wachausbildung ziemlich gedrängelt wurde, wir sollten schnell fertig werden, weil wir angeblich schon für diverse Wachen eingeteilt waren (typisch: Leute einteilen, bevor überhaupt die Ausbildung organisiert wurde), haben wir - natürlich - nach dem Gelöbnis einige Male bis 20 oder 22 Uhr Dienst gehabt, 'weil ja sonst das Ausbildungsziel nicht erreicht werden kann'. (Daß wir vielleicht einige Gammelstunden hätten sparen können, vor allem wenn irgendwelche Vorgesetzten verschlafen hatten, wird ja nicht erwähnt.) Jedenfalls ging es am 7.11.1997 für die meisten an 'das erste Mal ohne Fahrlehrer', will sagen das erste Mal alleine in der Kaserne, mit scharfer Munition, auf einem offiziellen, ernstzunehmenden, äußerst wichtigen und schwierigem Auftrag. ROTFL ;-) Die WachpläneDas erste Mal haben wir allerdings auch die Wachpläne kennengelernt - und da wurde einigen schon etwas mulmiger als vorher. Das sah ungefähr so aus: Normalerweise bestand die Wachmannschaft aus einem Wachhabenden, einem Stellvertretenden Wachhabenden, zwei Torposten und zwei Streifen zu je zwei Mann. Zwei Telefonposten kommen noch dazu, die sitzen aber im Block und nicht im Wachhaus und lesen sowieso die ganze Zeit nur Tittenzeitungen ;-). Der Wachhabende sitzt tagsüber im Wachhaus, der 'Stelli' nachts. Also (Wochentags):
Das ist nur eine grobe Näherung, wie genau nun z.B. die Torposten eingeteilt wurden, konnte man (d.h. der Wachhabende) selbst entscheiden, und das machte er auch durchaus mal von seiner Laune abhängig -- mit etwas Pech hatten die Torposten nachts stündlich Wachwechsel: versuch da mal, vernünftig zu schlafen. Jedenfalls hatte jede Streife nachts wochentags drei mal, am Wochenende und Freitags sechs mal(!) den 5-6 km langen Streifenweg abzulaufen -- und das mit voller Ausrüstung:
Alles in allem wog man mit der kompletten Ausrüstung locker mal 20 bis 25 kg mehr als sonst, und damit liefen wir dann jede dritte Nacht drei oder sechs mal 5-6km quer durch die Kaserne. Viel Spaß ;-) Immerhin konnte man sich mit dem Funkgerät abwechseln ... davon gabs nur eins. Wir durften jedenfalls diese Wache von Ende November bis Anfang Februar im Prinzip nonstop durchziehen, wir waren drei Kompanien und somit war jede alle drei Tage dran. Völlig unabhängig Wochenende oder nicht. Montag, Donnerstag, Sonntag, Mittwoch, Samstag, Dienstag, Freitag, Montag, ... bis auf ein paar Ausnahmen waren wir vollauf beschäftigt. Ja, auch Sylvester ... Weihnachten (d.h. 24-27.12.1997) wurde gottseidank von einer anderen Kompanie übernommen. Und unseren Rekord will ich hier auch nicht verschweigen: Dadurch, daß einer unserer Panzerzüge eine Extrawurst in Form einer zusätzlichen Übung bekam (weil einige Offiziersanwärter noch Schießpraxis brauchten, wenn ich mich richtig erinnere) und damit eine Woche lang weg war, hatten wir (=mein Zug) einmal etwa zehn Tage lang jeden zweiten Tag Wache. Das sah dann so aus:
So. Wache 7- 7h = 24h
Mo. Panzer-TD, Unterricht 7-16h = 9h
Di. Wache 7- 7h = 24h
Mi. ASPT (Simulator) Ausbildung bis 22h (*) 7-22h = 15h
Do. Wache 7- 7h = 24h
Fr. Großputz, Sense um 11h für die WoEndler 7-11h = 4h
Sa. Wache... 7- 7h = 24h
============
\sum = 124h
(*) Beim Antreten: "...und wir haben durch die Wache schon soviel Ausbildungszeit verloren, wir müssen uns jetzt richtig ranhalten, damit wir das alle noch schaffen, also gibts heute etwas länger was!..." Sinn(!?) der SacheIch hatte das 'Glück', daß ich mir zwei Wochen vor Beginn der Wachzeit von einem Kameraden beim Fußball den Knöchel schön hab zerdeppern lassen -- damit war ich die ersten Wochen von der Wache befreit, und durfte nur Telefonposten schieben (siehe oben ;-). Nein, das war nicht geplant - aber gut gepaßt hat es trotzdem. Ich hab aber immer noch genügend Wache abbekommen, daß ich darüber lästern kann... :) Hier merkt man aber auch wieder ganz deutlich, wie blödsinnig organisiert der ganze Mist ist, und wie absolut schwachsinnig einige Vorschriften. Mein Gott, es wird ein Riesentheater gemacht über Waffensicherheit, es werden tausende von Patronen neu gezählt, nur weil eine runtergefallen ist, es werden endlose Sicherheitsmeldungen so auswendig gelernt, daß man sie im Schlaf kennt (und dann auch überhaupt nicht mehr darüber nachdenkt, was man da eigentlich gerade gemeldet hat - diese also völlig wertlos sind) --- aber man schickt Rekruten, die gerade einmal ihren ersten Pommes auf der Schulter haben, mit scharfer Munition, nachts, alleine in die vollbewohnte Kaserne, um dort Streife zu laufen. Es ist so derbe einfach für jemanden, der wirklich Scheiße bauen will, einfach mal spaßeshalber mitten in der Kaserne ein paar Schüsse loszulassen -- man spielt davor noch ein "Halt! Stehenbleiben" ins Gebüsch und rennt einem vermeintlichen Geräusch hinterher, der Streifenkamerad muß noch nicht einmal eingeweiht sein. So wie mich bei meiner ersten Streife mein Kamerad (der schräg hinter mir ging) nach einer halben Stunde fragte, ob er eigentlich die MP teilgeladen oder gespannt/durchgeladen tragen sollte... (dazu muß man anmerken, daß die MP2A1 eine Waffe ist, die selbst im gesicherten Zustand problemlos losgeht, wenn sie geladen ist und man mal irgendwo gegenstößt... daher ist sie so beliebt im Häuserkampf: einfach durchladen, entsichern und in einen Raum werfen, fertig ist das Gulasch.) So wie mir ein Unteroffizier erzählte, daß vor einigen Jahren ein schon als etwas schusselig bekannt gewordener Kamerad seine Waffe die gesamte Zeit lang entsichert getragen hatte, und dann beim abmunitionieren 'aus Versehen' dem Wachhabenden vier Schüsse ins Bein rammte ...
So wie eines schönen Telefonposten-Samstag nachts (ha, ha) um halb vier Uhr
morgens plötzlich das Telefon klingelte, jemand anrief, das er zwei
besoffene Soldaten gesehen hätte, die auf dem Hubschrauberlandeplatz Sieg
Heil geschrien hätten - und zwanzig Minuten später die halber Kaserne wach
war, weil natürlich jeder ausgefragt wurde, der irgendwie greifbar war; und
sich am nächsten Tag rausstellte, das dieser Anruf wohl von jemandem kam,
dem noch langweiliger war als unserem Telefonposten.
Zuletzt geändert am: 04.06.2003 14:39
| ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
![]() |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|
|
|
|