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Linux ist frei/umsonst/kostenlos/...OK. Kommen wir zu dem am meisten umstrittenen Punkt, wenn es um Linux geht. Linux wurde von Linus Torvalds (man bemerkt so eine gewisse Namensähnlichkeit, oder? :) unter der GNU Public License herausgegeben. Die besagt kurz gefaßt folgendes:
Das ist schon alles. Natürlich ist es auf "Legalese" einige Seiten dicker, aber das ist der Grundsatz. Das besagt zum Beispiel, daß Du Linux und die zugehörigen Programme (wenn GNU draufsteht) zwar verkaufen, verleihen, und vermieten darfst, aber deine Kunden nicht daran hindern kannst, es weiterzugeben, zu verschenken, verkaufen, und so weiter. Und es sichert, daß der Quellcode stets das Programm begleitet. Warum ist das wichtig? Weil Linux nicht nur auf (Intel) PCs läuft. Linux läuft auf Alpha Workstations, auf SUN Rechnern, auf Power-PCs (die, die auch Apple für ihr MacOS benutzt), selbst auf Großrechnern gibt es Linux. Und die Programme sind, wenn einmal übersetzt ("kompiliert"), nur auf dem Prozessortyp lauffähig, auf dem eben dies geschehen ist. Wenn man den Quellcode hat, kann man auf jedem Rechner kurz neu kompilieren. Wenn nicht, ist man aufgeschmissen. Ach ja - Programme, die für Linux geschrieben wurden, sind fast immer ohne oder mit nur wenigen Änderungen auch auf den "großen" UNIX-Systemen von IBM, Sun, Siemens und so weiter lauffähig. Und umgekehrt. Aber nur, wenn man den Quellcode hat, und evtl. kleinere Änderungen durchführen kann. Ob man selber das kann, ist erstmal unerheblich -- daß man es kann (und darf!) ist aber sehr wichtig, es zeigt schließlich, daß die Entwickler nichts zu verbergen haben. und sich problemlos 100%ig auf die Finger gucken lassen.
Fazit:Linux selbst ist kostenlos. Mann kann sich CDs ausleihen und es sich auf die Festplatte kopieren. Die Beschaffungswege sind dagegen oft nicht kostenlos (s.a. "Distributionen"). Und, wie es so spielt, wenn man sich richtig mit der Materie beschäftigen will, und etwas zustande kriegen will, braucht man jede Menge Literatur - die ist auch nicht kostenlos (die ist allerdings für Windows auch nicht kostenlos). Also: Linux nur zu nehmen, weil es kostenlos ist, ist Humbug. Vielleicht zum Experimentieren - das ist OK. Aber Linux hat, wenn man jemanden überzeugen will, es einfach nicht nötig, mit "Umsonstheit" anzugeben. Es hat genug andere Vorteile, die mehr ins Gewicht fallen, wie Stabilität, Flexibilität und Verbreitung.
DistributionenJetzt wirds kompliziert. :-) "Das Linux" im Sinne vom reinen Betriebssystem ist völlig nutzlos. Es wäre auch relativ sinnlos, ein UNIX ganz ohne jede zugehörige Software zu betreiben. Linux im besonderen wird fast immer in sogenannten Distributionen vertrieben, denn alleine mit dem Betriebssystem kann man noch nicht viel anfangen, nicht einmal etwas eingeben - denn für die Benutzerinteraktion ist ein seperates Programm zuständig. Jetzt kommt garantiert gleich der Windows-"Profi" und meint, jaaaa, aber bei Windows kann ich doch auch schon was machen, wenn ich noch kein einziges Programm installiert habe? Natürlich: Das kommt aber daher, daß Microsoft nie nur das reine Betriebssystem auf die Windows-CD packt - es sind immer ein Grundstock von Applikationen dabei, der wichtigste wäre da der "Explorer", und das ist auch ein seperates Programm, das man (theoretisch) austauschen könnte. Nur will Microsoft das nicht und hindert dich mit allen Mitteln daran - denn du könntest ja auf die Idee kommen, ein Konkurrenzprodukt zu benutzen, du unmündiger Anwender! Unter UNIX gehört dieser "Grundstock" aber nicht zum Betriebssystem, genauso wie Programme zur Fehlerdiagnose, Systemwartung, und so weiter nicht direkt zum Betriebssystem gehören. Microsoft packt den ganzen Kram mit zu Windows 95 dazu, weil es entweder keine (ernstzunehmende) Alternative gibt, weil Microsoft verhindern will, dass jemand auf die Idee kommt, eine Alternative zu benutzen (z.B. Netscape) - oder weil Microsoft für eine ernstzunehmende Alternative (noch) mehr Geld sehen will - bei UNIX gibt es sie, die Alternativen (und das oft umsonst und gleich mitgeliefert). So, jetzt aber. Weil kaum jemand Lust hat, sich alles selbst zusammenzusuchen, gibt es Firmen, die sich diese Mühe machen, ein hübsches Installationsprogramm dazuschreiben, das auch noch gleich Sachen erledigt wie Drucker einrichten, ISDN konfigurieren, eine Oberfläche einrichten, wenn gewünscht (ein Rechner, der 365 Tage im Keller steht und nur als Internetserver dient, braucht keine Oberfläche!), und so weiter. Diese Zusammenstellungen werden halt dann Distributionen genannt. Einige der bekanntesten Distributionen sind Mandrake Linux, S.u.S.E Linux, Red Hat Linux, und Debian GNU/Linux. Diese beinhalten alle (momentan, Juni 2003) ein Linux der Version 2.4.x, d.h. die Versionsnummern der Distributionen haben nichts mit der Linux-Version zu tun. Noch etwas fällt auf: "Debian GNU/Linux" fällt gesamt unter die GNU Public License (s.o.). Das heißt, man kann die gesamte Zusammenstellung frei kopieren, auf CD brennen, verkaufen, und so weiter. Das gilt für SuSE und Red Hat nicht - mindestens die Installationsprogramme dieser Firmen sind kommerziell und dürfen nicht weitergegeben oder verändert werden.
Versionsnummern-SchemataUnd noch etwas fällt auf: Wer sich auf www.kernel.org schon mal etwas umgesehen hat, wird evtl. sehen, daß die Kernelversionen (Kernel = Kern, eigentliches "Betriebssystem") zweigleisig laufen. Es gibt einmal die "Userkernel", die man daran erkennt, daß die mittlere Ziffer gerade ist, und die "Entwickler-" bzw. "Hackerkernel", dessen mittlere Ziffer ungerade ist. Linux ist momentan bei 2.4.xx (2.4er Reihe, Endanwenderversion). Die Entwicklerkernel sind sozusagen "Betaversionen", wo neue Features ausprobiert und getestet werden, es kann aber ab und an mal zu Abstürzen kommen. (Ich habe länger mit 2.1.106 gearbeitet, und hatte ungefähr halb so viele Abstürze wie mein Bruder mit einem "fertigen" Windows 95 :-) ). Die Userkernel sind in der Regel stabil genug, um sie in Produktionsumgebungen einzusetzen, es wird nicht mehr aktuv daran entwickelt, sondern es werden nur noch Fehler bereinigt. Neue Funktionen fließen in die Hackerkernel ein und werden da getestet. Und bei den Hackerkerneln kommen oft täglich, manchmal (zu 2.1.4x Zeiten) sogar innerhalb von ein paar Stunden mehrmals neue Versionen raus. Mittlerweile sind es ja nicht nur mehr ein paar tausend, sondern ein paar hunderttausend freiwillige Entwickler, die an Linux aktiv mitbasteln. :)
Zuletzt geändert am: 10.06.2003 00:05
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