|
ACHTUNG: Diese Seite ist hoffnungslos veraltet und wurde seit
ca August 2000 nicht mehr aktualisiert!
Linux gegen Windows - Standardsoftware für den Privatnutzer
Wollen wir mal das größte Vorurteil gleich am Anfang beiseite stoßen? Ok:
Es gibt genügend Standardsoftware für Linux. Sie ist meist billiger,
oft leistungsfähiger, als Windows-Äquivalente. Aber Linux ist kein
Allheilmittel, und es gibt noch einige Nischen, wo Windows einen Vorsprung
hat. Das liegt hauptsächlich daran, daß die Entwickler das entwickeln, was
gebraucht wird -- und nicht das, was sich gut verkaufen läßt.
Noch etwas: Diese Seite ist hoffnungslos
veraltet - wenn Du aktuelle Berichte über Linux-Software suchst,
dann gucke bitte in den entsprechenden
Abschnitt meiner
FAQ.
Officepakete
Das scheint das wichtigste zu sein. Textverarbeitung, Tabellenkalkulation,
Grafik, und vielleicht eine kleine Datenbank -- ohne diese Programme wird
kein System sonderlich viele Endbenutzer anlocken. Unter Linux gibt es
hiervon genügend.
- Star Office bzw. OpenOffice
- Star Office (von ehemals Star Division, jetzt SUN)
ist für alle halbwegs relevanten Plattformen
verfügbar, dies macht es so interessant. Es ist Microsoft Office
nachempfunden, deshalb für Umsteiger leicht zu erlernen -- auch wenn
einige dies eher als Nachteil empfinden würden... ;-) Es liest und
schreibt alle Microsoft Office Dokumente, bietet alles wünschenswerte an
Features, ist in vielen Dingen MS Office überlegen (z.B. in der
Internet Integration, und ganz allgemein in der Zusammenarbeit der
verschiedenen Office-Teile). Es gibt aber noch einen großen Vorteil:
Es ist für alle Plattformen kostenlos zum Download verfügbar!
- Applixware Office 4.4.x
- Applixware Office (auf der SuSE Homepage befindet sich ein Link dorthin)
hat gegenüber Star Office den großen Vorteil, daß es ein native Linux
Programm ist. Star Office macht unter 64 MB RAM keinen Spaß, es kann
viel, verlangt aber vom Rechner auch viel. Applixware ist flink,
klein,schnell, sehr stabil und bietet im Grunde das gleiche wie
alle anderen
Officepakete auch, zusätzlich bietet es mit Applix Data noch eine
sehr gute, einfach zu bedienende Schnittstelle für beliebige Datenbanken.
Es kostet etwas über 100.- DM, und die ist es auch durchaus wert.
- Word Perfect 8.0
- Word Perfect läßt sich bei
http://linux.corel.com herunterladen (23 MB), es ist funktionell
identisch zur Windows-Version, es werden alle Sprachen mitgeliefert, man
kann sich also beim Starten eine aussuchen. Schnell, klein, und völlig
ausreichend für Textverarbeitung.
Corel hat angekündigt, bis Ende des Jahres die komplette Produktpalette
auf Linux zu portieren und für Linux anzubieten. Corel unterstützt u.a.
die Entwicklung des Windows-Emulators
WinE.
- LaTeX ;-)
- Es gibt drei Gruppen von Computerbenutzen: Diejenigen, die LaTeX gar
nicht kennen, diejenigen, die LaTeX meinen zu kennen und darüber lästern,
und diejenigen, die LaTeX wirklich kennen und nicht mehr davon loskommen.
;-)
Ehrlich: Für reinen Text, d.h. Briefe, Arbeiten, Referate, Aufsätze,
Doktorarbeiten, und so weiter ist LaTeX eigentlich das einzige, was einem
garantiert ein korrekt aussehendes Ergebnis liefert. TeX ist eine
Markup-Sprache, ähnlich wie HTML; und seit fünf Jahren wartet eine
Belohnung von einigen hundert Dollar auf den ersten, der noch einen Bug
in der Software findet. Dürfte kein Problem sein, der Quellcode
ist ja frei erhältlich. Nur findet ihn keiner...
Sobald Farbe, viele Bilder (Fotos etc.) ins Spiel kommen, ist LaTeX nicht
mehr das Ultimo, da es für solche Zwecke nicht entworfen wurde. Dafür
kommt es aber problemlos mit einem 400-seitigen Dokument zurecht und
man kann sich absolut darauf verlassen, daß eine einmal eingestellte
Ausrichtung für eine Grafik (z.B.) auch exakt so bleibt.
Wer seine Diplomarbeiten mit Word & Co. schreibt, dem ist nicht mehr zu
helfen. Wer LaTeX allerdings für DTP mißbraucht, der ist auch krank.
Die Einarbeitungszeit für einen LaTeX-Brief betrug bei mir ca. einen
Nachmittag. Die wichtigsten 10 Tags hat man unheimlich schnell drin, der
Rest folgt dann auf Bedarf. Es ist eine komplett andere Arbeitsweise, aber -
es lohnt sich. Und kostet keinen Pfennig.
Grafiksoftware
Dies scheint so das zweitwichtigste zu sein, was am Computer getrieben wird -
bis auf Spielen ;) Hier eine kleine Auswahl an Grafikprogrammen, die mir
bekannt sind.
- [General/GNU] Image Manipulation Program
- Das GiMP ist im Prinzip das Gegenstück
zu Photoshop. Wer Photoshop kennt, wird mit GiMP schnell zurecht kommen.
Es ist nicht ganz so 'bunt' wie Photoshop, es lassen sich aber durch die
in Hundertenstückzahlen vorhandenen Plug-Ins für GiMP im Prinzip gleiche
Ergebnisse erzielen.
Vielleicht reicht es schon, wenn ich sage, daß Adobe bei Anfragen, ob es
von Photoshop eine Linux-Version geben wird, mittlerweile ganz offiziell
antwortet: klar, können wir machen, aber wozu? Alle benutzen doch GiMP...
- Star Office
- Star Office liefert natürlich auch ein Vektorgrafikprogramm wie CorelDraw
mit, und ein Präsentationsprogramm, und ein Zeichenprogramm. Im Grunde
hat man damit alles was man braucht -- wenn man genügend RAM hat...
- xfig
- xfig erzeugt Vektorgrafiken. Es ist im Prinzip ein kleines, flinkes
Programm, welches für schnelle Zeichnungen gut geeignet ist - und selbst
Postscript-Dateien erzeugen kann. Ich finde dieses Programm praktisch
zum schnellen Erzeugen von kleinen Zeichnungen/Grafiken, die ich in LaTeX
Texte einfügen kann.
Internet-Software
- Netscape Communicator 4.7
- Muß ich hierzu noch was sagen? ;-) Ja, der Internet "Erforscher" ist cooler
und erotischer usw, aber seitdem ich mir mal spaßeshalber den IE 5.0
installiert habe (unter VMWare),
und nach dem ersten Start (nur dem ersten!) in meinem Proxy eine
Fehlermeldung hängen blieb, die sinngemäß etwa so aussah
Could not get
http://irgendwas.microsoft.com/.../reg.dll? id=irgendwas+name=Jens_Benecke+code=irgendwas+...
bin ich doch etwas skeptisch geworden. Alle Welt schreit Zeter und
Mordio über Intels Seriennummern-Coup, und keiner merkt, was der
Internet "Erforscher" im Hintergrund so alles nettes über den Benutzer
ausplaudert. Mal ganz abgesehen davon, daß seit einigen Jahren in
sämtlichen Microsoft Office Dokumenten (DOC, XLS, PPT, ...) ebenfalls
genug Informationen stecken, um einiges über den betreffenden
Benutzer/Rechner/Standort zu erfahren.
Nein, ich habe mich nirgendwo registriert, und der
einzige Ort, wo mein Name in Windows auftaucht, ist in den
Systemeinstellungen (halt der registrierte Nutzer). Ich habe nirgendwo
zugestimmt, daß so etwas übertragen wird.
- Linux ICQ
- Mirabilis hat sich zu einem quasi-Internetstandard fürs Auffinden und
Kontakte halten im Internet gemacht. Klar, es gibt genügend andere
Möglichkeiten und im Prinzip ist ICQ eine aufgebohrte
"vermultimedialisierte" Version von
talkd ;-) aber es ist
trotzdem ein nettes Programm. Hier ist mein Favorit der licq,
er kann fast alles was der Windows-ICQ kann und ist in der Bedienung
deutlich übersichtlicher.
- Mail, News, und so weiter
- Der am weitesten verbreitete MTA (Mail Transport Agent) ist
zweifelsohne sendmail. Man sagt, jemand der noch nie ein
sendmail von Hand konfiguriert hat, ist kein Administrator. Man sagt aber
auch, jemand der es zweimal tut, ist ein Masochist ;-)
Dafür gibt es kleine, einfacherere Alternativen, und auf meiner
Sammel-CD auch gute Dokumentationen dafür. Hier läuft
exim und der ist in 5 Minuten konfiguriert (fürs ganze
LAN). Zusammen mit fetchmail und
popper/imapper gibt es ein komplettes Mail-System,
welches von beliebig vielen Accounts Mails abholt, die lokal beliebig
bearbeitet (z.B. HTML und Spam rausfiltern), und beliebig
lokal weiterleitet.
Das Usenet ist auch eine schöne Sache. INN ist aber in
der Konfiguration ähnlich wie sendmail -- eine Schweizer
Offizierskettensäge. Deshalb habe ich mir leafnode
installiert, welcher genau das gleiche tut, dabei keine Standleitungen
annimmt sondern bei Bedarf neue News holt, und dessen Konfiguration bei
mir exakt zwei Zeilen lang ist:
server = news.meinprovider.de
expire = 14 Das wars. :) Das Teil ist ebenfalls sehr schön.
- WWW Offline "Erforscher"
- Es gibt ohne Übertreibung Tausende von kleinen
Hilfsprogrammen, die einem im Internet unheimlich gute Dienste leisten
können. So läuft auf meinem Rechner zum Beispiel der Proxy-Server
WWW Offline "Erforscher", der von mir kürzlich ins Deutsche
übersetzt wurde und in 2 Minuten installiert ist. Er speichert alle
Webseiten und FTP-Dateien, die man runterlädt, zwischen, erlaubt es,
rekursiv ganze Websites im Hintergrund zu abonnieren, die dann vom
gesamten lokalen Netzwerk gelesen werden können (und nicht nur von
einem Rechner, wie beim IE). Er tunnelt sichere Verbindungen durch,
kann Werbung abblocken (wie der Web Washer von Siemens), ist
vollständig per Web-Oberfläche konfigurierbar (also
nicht nur am Server, sondern von jedem Rechner aus!) und
kinderleicht zu bedienen.
Weiter: Was mir noch fehlt
Zuletzt geändert am: 10.06.2003 00:06
|