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Da Politiker im Regelfall von neuen Dingen nichts verstehen, halten wir es für notwendig, sie davor zu schützen. Dies ist im beidseitigen Interesse, da unnötige Angstzustände bei Ihnen verhindert werden, ebenso wie es uns vor profilierungs- und machtsüchtigen Politikern schützt.

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Linux gegen Windows - Standardsoftware für den Privatnutzer

Wollen wir mal das größte Vorurteil gleich am Anfang beiseite stoßen? Ok:

Es gibt genügend Standardsoftware für Linux. Sie ist meist billiger, oft leistungsfähiger, als Windows-Äquivalente. Aber Linux ist kein Allheilmittel, und es gibt noch einige Nischen, wo Windows einen Vorsprung hat. Das liegt hauptsächlich daran, daß die Entwickler das entwickeln, was gebraucht wird -- und nicht das, was sich gut verkaufen läßt.

Noch etwas: Diese Seite ist hoffnungslos veraltet - wenn Du aktuelle Berichte über Linux-Software suchst, dann gucke bitte in den entsprechenden Abschnitt meiner FAQ.

Officepakete

Das scheint das wichtigste zu sein. Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Grafik, und vielleicht eine kleine Datenbank -- ohne diese Programme wird kein System sonderlich viele Endbenutzer anlocken. Unter Linux gibt es hiervon genügend.

Star Office bzw. OpenOffice
Star Office (von ehemals Star Division, jetzt SUN) ist für alle halbwegs relevanten Plattformen verfügbar, dies macht es so interessant. Es ist Microsoft Office nachempfunden, deshalb für Umsteiger leicht zu erlernen -- auch wenn einige dies eher als Nachteil empfinden würden... ;-) Es liest und schreibt alle Microsoft Office Dokumente, bietet alles wünschenswerte an Features, ist in vielen Dingen MS Office überlegen (z.B. in der Internet Integration, und ganz allgemein in der Zusammenarbeit der verschiedenen Office-Teile). Es gibt aber noch einen großen Vorteil: Es ist für alle Plattformen kostenlos zum Download verfügbar!
Applixware Office 4.4.x
Applixware Office (auf der SuSE Homepage befindet sich ein Link dorthin) hat gegenüber Star Office den großen Vorteil, daß es ein native Linux Programm ist. Star Office macht unter 64 MB RAM keinen Spaß, es kann viel, verlangt aber vom Rechner auch viel. Applixware ist flink, klein,schnell, sehr stabil und bietet im Grunde das gleiche wie alle anderen Officepakete auch, zusätzlich bietet es mit Applix Data noch eine sehr gute, einfach zu bedienende Schnittstelle für beliebige Datenbanken. Es kostet etwas über 100.- DM, und die ist es auch durchaus wert.
Word Perfect 8.0
Word Perfect läßt sich bei http://linux.corel.com herunterladen (23 MB), es ist funktionell identisch zur Windows-Version, es werden alle Sprachen mitgeliefert, man kann sich also beim Starten eine aussuchen. Schnell, klein, und völlig ausreichend für Textverarbeitung.
Corel hat angekündigt, bis Ende des Jahres die komplette Produktpalette auf Linux zu portieren und für Linux anzubieten. Corel unterstützt u.a. die Entwicklung des Windows-Emulators WinE.
LaTeX ;-)
Es gibt drei Gruppen von Computerbenutzen: Diejenigen, die LaTeX gar nicht kennen, diejenigen, die LaTeX meinen zu kennen und darüber lästern, und diejenigen, die LaTeX wirklich kennen und nicht mehr davon loskommen. ;-)
Ehrlich: Für reinen Text, d.h. Briefe, Arbeiten, Referate, Aufsätze, Doktorarbeiten, und so weiter ist LaTeX eigentlich das einzige, was einem garantiert ein korrekt aussehendes Ergebnis liefert. TeX ist eine Markup-Sprache, ähnlich wie HTML; und seit fünf Jahren wartet eine Belohnung von einigen hundert Dollar auf den ersten, der noch einen Bug in der Software findet. Dürfte kein Problem sein, der Quellcode ist ja frei erhältlich. Nur findet ihn keiner...
Sobald Farbe, viele Bilder (Fotos etc.) ins Spiel kommen, ist LaTeX nicht mehr das Ultimo, da es für solche Zwecke nicht entworfen wurde. Dafür kommt es aber problemlos mit einem 400-seitigen Dokument zurecht und man kann sich absolut darauf verlassen, daß eine einmal eingestellte Ausrichtung für eine Grafik (z.B.) auch exakt so bleibt.
Wer seine Diplomarbeiten mit Word & Co. schreibt, dem ist nicht mehr zu helfen. Wer LaTeX allerdings für DTP mißbraucht, der ist auch krank.
Die Einarbeitungszeit für einen LaTeX-Brief betrug bei mir ca. einen Nachmittag. Die wichtigsten 10 Tags hat man unheimlich schnell drin, der Rest folgt dann auf Bedarf. Es ist eine komplett andere Arbeitsweise, aber - es lohnt sich. Und kostet keinen Pfennig.

Grafiksoftware

Dies scheint so das zweitwichtigste zu sein, was am Computer getrieben wird - bis auf Spielen ;) Hier eine kleine Auswahl an Grafikprogrammen, die mir bekannt sind.

[General/GNU] Image Manipulation Program
Das GiMP ist im Prinzip das Gegenstück zu Photoshop. Wer Photoshop kennt, wird mit GiMP schnell zurecht kommen. Es ist nicht ganz so 'bunt' wie Photoshop, es lassen sich aber durch die in Hundertenstückzahlen vorhandenen Plug-Ins für GiMP im Prinzip gleiche Ergebnisse erzielen.
Vielleicht reicht es schon, wenn ich sage, daß Adobe bei Anfragen, ob es von Photoshop eine Linux-Version geben wird, mittlerweile ganz offiziell antwortet: klar, können wir machen, aber wozu? Alle benutzen doch GiMP...
Star Office
Star Office liefert natürlich auch ein Vektorgrafikprogramm wie CorelDraw mit, und ein Präsentationsprogramm, und ein Zeichenprogramm. Im Grunde hat man damit alles was man braucht -- wenn man genügend RAM hat...
xfig
xfig erzeugt Vektorgrafiken. Es ist im Prinzip ein kleines, flinkes Programm, welches für schnelle Zeichnungen gut geeignet ist - und selbst Postscript-Dateien erzeugen kann. Ich finde dieses Programm praktisch zum schnellen Erzeugen von kleinen Zeichnungen/Grafiken, die ich in LaTeX Texte einfügen kann.

Internet-Software

Netscape Communicator 4.7
Muß ich hierzu noch was sagen? ;-) Ja, der Internet "Erforscher" ist cooler und erotischer usw, aber seitdem ich mir mal spaßeshalber den IE 5.0 installiert habe (unter VMWare), und nach dem ersten Start (nur dem ersten!) in meinem Proxy eine Fehlermeldung hängen blieb, die sinngemäß etwa so aussah

Could not get http://irgendwas.microsoft.com/.../reg.dll?
id=irgendwas+name=Jens_Benecke+code=irgendwas+...

bin ich doch etwas skeptisch geworden. Alle Welt schreit Zeter und Mordio über Intels Seriennummern-Coup, und keiner merkt, was der Internet "Erforscher" im Hintergrund so alles nettes über den Benutzer ausplaudert. Mal ganz abgesehen davon, daß seit einigen Jahren in sämtlichen Microsoft Office Dokumenten (DOC, XLS, PPT, ...) ebenfalls genug Informationen stecken, um einiges über den betreffenden Benutzer/Rechner/Standort zu erfahren.
Nein, ich habe mich nirgendwo registriert, und der einzige Ort, wo mein Name in Windows auftaucht, ist in den Systemeinstellungen (halt der registrierte Nutzer). Ich habe nirgendwo zugestimmt, daß so etwas übertragen wird.

Linux ICQ
Mirabilis hat sich zu einem quasi-Internetstandard fürs Auffinden und Kontakte halten im Internet gemacht. Klar, es gibt genügend andere Möglichkeiten und im Prinzip ist ICQ eine aufgebohrte "vermultimedialisierte" Version von talkd ;-) aber es ist trotzdem ein nettes Programm. Hier ist mein Favorit der licq, er kann fast alles was der Windows-ICQ kann und ist in der Bedienung deutlich übersichtlicher.
Mail, News, und so weiter
Der am weitesten verbreitete MTA (Mail Transport Agent) ist zweifelsohne sendmail. Man sagt, jemand der noch nie ein sendmail von Hand konfiguriert hat, ist kein Administrator. Man sagt aber auch, jemand der es zweimal tut, ist ein Masochist ;-)
Dafür gibt es kleine, einfacherere Alternativen, und auf meiner Sammel-CD auch gute Dokumentationen dafür. Hier läuft exim und der ist in 5 Minuten konfiguriert (fürs ganze LAN). Zusammen mit fetchmail und popper/imapper gibt es ein komplettes Mail-System, welches von beliebig vielen Accounts Mails abholt, die lokal beliebig bearbeitet (z.B. HTML und Spam rausfiltern), und beliebig lokal weiterleitet.
Das Usenet ist auch eine schöne Sache. INN ist aber in der Konfiguration ähnlich wie sendmail -- eine Schweizer Offizierskettensäge. Deshalb habe ich mir leafnode installiert, welcher genau das gleiche tut, dabei keine Standleitungen annimmt sondern bei Bedarf neue News holt, und dessen Konfiguration bei mir exakt zwei Zeilen lang ist:
    server = news.meinprovider.de
    expire = 14 
Das wars. :) Das Teil ist ebenfalls sehr schön.
WWW Offline "Erforscher"
Es gibt ohne Übertreibung Tausende von kleinen Hilfsprogrammen, die einem im Internet unheimlich gute Dienste leisten können. So läuft auf meinem Rechner zum Beispiel der Proxy-Server WWW Offline "Erforscher", der von mir kürzlich ins Deutsche übersetzt wurde und in 2 Minuten installiert ist. Er speichert alle Webseiten und FTP-Dateien, die man runterlädt, zwischen, erlaubt es, rekursiv ganze Websites im Hintergrund zu abonnieren, die dann vom gesamten lokalen Netzwerk gelesen werden können (und nicht nur von einem Rechner, wie beim IE). Er tunnelt sichere Verbindungen durch, kann Werbung abblocken (wie der Web Washer von Siemens), ist vollständig per Web-Oberfläche konfigurierbar (also nicht nur am Server, sondern von jedem Rechner aus!) und kinderleicht zu bedienen.
Weiter: Was mir noch fehlt

Zuletzt geändert am: 10.06.2003 00:06
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