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Wie bin ich überhaupt zu Linux gekommen?

Hm. Gute Frage. ;-)

Die ersten Computererfahrungen habe ich mit einem Wang Text Processor gemacht: 512kb RAM, 2MHz, irgendein modifiziertes DOS mit einer Menüoberfläche. Nettes Ding, das steht heute noch auf dem Dachboden. :) Ein Jahr später (1991?) kam ein 8MHz starker Tandon AT286 mit 60 MB Festplatte (boah!) und DOS 3.2. Dieser hielt bis 1995(!) durch, und trotz 1MB RAM lief darauf MS-DOS 6.22 mit Windows 3.1 mit Write und AmiPro richtig gut <gg>....

Es stand ein neuer an. Ich habe mir einen P60, 8MB, 540MB zusammengestellt, der zuerst mit Windows 3.1 lief, und später zuerst mit 16MB, dann mit P100 und 32MB, dann mit zusätzlichen 1, 2, und 4 GB aufgerüstet wurde. Mein Gott, was mußte ich krampfen, damit Windows 3.1 auf der Kiste einigermaßen lief ... das Schlüsselerlebnis kam jedoch, als ich auf der Kiste ein 25seitiges Referat vorbereitet hatte. Ja, mit Word 6.0. Ich habe die Arbeit mit den ganzen Bildern immer schön brav auf zwei Disketten gesichert, und auf Festplatte. Die zwei Disketten waren zwei Backups.
Innerhalb von zwei Wochen, passierte es mir VIERmal, daß Windows beim Starten eine "fehlerhafte Auslagerungsdatei" bemängelte, sich danach aufhing, und beim nächsten Start von Norton NDD jeweils 8-12.000 lost clusters und einige (hundert) crosslinks gefunden wurden. Dazwischen hab ich jeweils die Platte neu partitioniert, neu formatiert (mit verify) und Windows neu installiert gehabt. CHECKIT bemängelte auch keinerlei Hardware-Defekte, ansonsten lief auch alles gut.

Die Krönung war aber, daß kurz vor dem "final printout" die Diskette nicht mehr lesbar war, auf der ich jedesmal meine Sicherungskopie gespeichert hatte. Ich konnte das sich darauf befindliche .DOC Dokument jederzeit absolut problemlos kopieren, umbenennen, die Diskette hatte (laut NDD) keine Lesefehler -- aber der Inhalt der Diskette war für Word und für div. Word-Viewer absoluter Müll. Das war mein Referat, an dem ich gearbeitet hatte (und natürlich immer schön auf Platte gespeichert hatte, und dann auf Diskette noch mal gespeichert -- aber nie von Diskette wieder gelesen, weil es beim Speichern ja keine Fehlermeldungen gab).

Ich hatte die Faxen dicke von Windows. Ich habe längere Zeit mit OS/2 experimentiert, es lief zuletzt als primäres System für Texten, Internet, FIDO und etwas Programmierung (SpeedPascal/2, später gcc), und dann hatte ich plötzlich einen zweiten Rechner mit Linux als Server stehen, welcher zuletzt noch als X Server diente (XFree86/2 machts möglich ;). Da ich sowieso zu dem Zeitpunkt fast alles mit GNU Tools machte, mal abgesehen von Staroffice und Netscape, war dann der Umstieg auf Linux (zuallererst war es eine SuSE Basic 5.1) nicht mehr der absolute Hammer, vor allem, als ich mir durch eine Probeinstallation von Windows 95b die OS/2-Bootpartition so zerschoß (bzw. Windows sie so zerschoß), daß selbst die Graham Utilities für OS/2 nichts mehr anrichten konnten.

OK, also plattmachen, Linux Probeinstallation. Der Rest der Zeit mit Linux läßt sich so kurzfassen. Ich bin ab und an zu Windows zurückgekehrt, weil mir irgendwas nicht 100%ig gefiel, aber nie lange da geblieben. Meine Windows-Geschichte kannst du hier nachlesen.. Es ist nicht allzuviel passiert, da ich von September 1997 bis Juli 1998 beim Bund war, also nur die Wochenenden daran arbeiten konnte.

  • Sommer 1996: Zweitrechner zusammengeschraubt, Debian 1.3.1 als Server für mein OS/2 und meines Bruders Windows 95
  • Dezember 1997: kaputtes OS/2, Schnauze voll, Linux drauf (SuSE 5.1)
  • März 1998: Aufrüsten des Servers von 486sx-25 auf DX4-100
  • April 1998: Linux-Mailbox mit dialog-Frontend steht, läuft gut
  • Mai 1998: Linux-Firewall mit Proxy und Masquerading läuft
  • August 1998: Umstellung der ISDN-hardware auf die Workstation, Einrichten des DX4-100 als Windows-Bastelmaschine
  • Oktober 1998: Mein /usr/local ist über 600 MB groß, hier muß etwas getan werden ... Umstieg auf Debian 2.0
  • März 1999: Zusammenflicken eines neuen Servers mit P100 48MB und 10GB IDE-Platte, Clonen meiner Debian-2.1 Installation, Anpassen der Pakete (neu installiert hab ich keinen, ich hab einfach die Platten kopiert und auf der Workstation die Server-, auf dem Server die Workstation-Pakete gelöscht, IP Adressen angepaßt, fertig)
  • Einrichten des neuen Servers als NFS, NIS, Proxy, News, Mail, Masquerade, usw. Server; zusätzlich hält er /home und /usr/local

Und was machen die Rechner jetzt? (Stand: 1998-2000)

Jetzt laufen hier zwei Rechner, beide mit Debian 2.1. Der eine ist ein Server und bedient alle anderen Rechner im LAN mit ISDN (Internet, Mailbox, Fido) und den üblichen Serverdiensten. Ich habe mehrere lokale Domains für diverse Webprojekte, die ich betreue. Ich habe mich extrem über die absolut geniale NFS-Geschwindigkeit über meine beiden popeligen Billig-Ne2000-PCI Netzwerkkarten und BNC(!)-Kabel gewundert, ich brenne mit 4fach-Speed CDs von einer Partition auf dem Server und kann parallel dazu übers gleiche Netzwerkkabel noch im Netz surfen und ein paar Dateien hin und her kopieren. Wenn ich alleine bin, schaffe ich locker konstant über 900k/sec, Samba bringt von und zu Windows-Clients nie mehr als 600k/sec, eher weniger.

Primär sind die Rechner mit folgendem beschäftigt:

  • Programmierung mit Apache, CGI und Perl, etwas SQL
  • Diverses für die Uni (Texte, Tabellen, C, Java, HTML)
  • Ein paar kleine Spiele
  • CD-Brennservice für Linux-Software
  • lokales Testbed für CGI/SQL-Anwendungen von mir
  • Web-Grafiken (Gimp, ImageMagick, usw.)

Fürs Spielen hab ich noch eine 1GB große DOS-Partition reserviert, die aber bis auf eine relativ brach liegende Windows-95 Installation ziemlich leer ist. Zuhause (alleine) spiele ich nicht viel und nicht sehr oft, aber mit anderen zusammen ist das etwas ganz anderes. ;) Und die Spiele passen eigentlich alle auf Wechselmedien (MOD), somit brauch ich kaum Platz auf der Windows-Partition.

Der Server läuft momentan seitdem ich ihn installiert habe, d.h. seit Anfang April 1999, durch; ich mußte ihn bisher einmal runterfahren, um das Stromkabel auszutauschen (das hatte einen Riß, hätte peinlich werden können...). Ansonsten hält der P100 auch Anstürme von sieben Windows-Clients aufs Internet inklusive Samba-Rumkopiererei problemlos durch, ohne daß sich jemand hier über Geschwindigkeit beschweren müßte. Und natürlich läuft auf allen Rechner der rc5des Client. :-)

Und was machen die Rechner jetzt? (Stand: 2000)

Es hat sich einiges geändert in der letzten Zeit. Seit meinem Einstieg in der TU Hamburg-Harburg und dem Einzug ins Studentenwohnheim (so eine Standleitung kommt schon gut ;) steht hier jetzt ein P100 mit 48MB und 10GB als Server, der auch Webseiten nach außen liefert - schau doch mal vorbei (Meistens liegen da aber nur interne oder Bastelseiten). Die Tätigkeiten haben sich nicht grundlegend geändert, nur habe ich auf meinem Arbeitstier (K62-350, 128MB RAM, SCSI) jetzt die Mandrake 7.0 Distribution installiert (wurde übrigens in der c't 4/2000 getestet und für sehr gut befunden), und mache ziemlich viel mit Datenbanken und PHP. Auch gegen Geld. :)

Zusätzlich bin ich seit einiger Zeit im Organisationsteam (und natürlich engagierter Mitspieler ;-) des NetBorstel Clans. Wir treffen uns so zwei bis dreimal jährlich und jagen uns dann mit Raketenwerfern und Bolzenschußanlagen durchs Netzwerk. Wenn Du Lust hast, kannst Du dich ja zu unserer nächsten Session anmelden, aber sei gewarnt, die Musik ist LAUT :-)

Update: 2000 bis 2003

Tja... lange nichts mehr geschrieben. Der K6-350 ist mittlerweile über K6-2 500, Athlon 1400, Athlon-XP 1800 zu einem Athlon-XP 2600 mutiert, der Server ist seit längerem ein Duron-650, bisweilen mit zwei 160G-Festplatten und mittlerweile läuft hier wieder ein (natürlich aktualisiertes) Restore von meiner alten Debian-Installation, da sich Mandrake langfristig irgendwie doch nicht wirklich bewährt hat.

Was benutze ich? Primär KDE und dessen Browser Konqueror, OpenOffice, Kopete ICQ, XMMS (MP3-Player), MPlayer den Ich-kann-jedes-Videoformat-der-Welt-abspielen-Player, und für die Entwicklung den Editor VIM, PHP, Apache, Perl, und so weiter. Für meine Studienarbeit benötigte ich LabVIEW, für das zwar eine Linux-Version existiert, für das aber nur eine Windows-Lizenz vorlag. Dafür habe ich mir Win4lin besorgt (ja, gekauft) - das ist bisher die angenehmste Möglichkeit, "mal schnell eben" ein (beliebiges!) Windows-Programm unter Linux zu starten. Aber VMWare macht auch was her (ist ressourcenintensiver, fährt dafür jedes beliebige Betriebssystem in einer Sandbox).

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Zuletzt geändert am: 19.06.2003 09:44
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