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[JB] TUHH / Wohnheim TUHH ![]() |
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Das Studentenwohnheim Hamburg-HarburgAls ich anfing zu studieren, wohnte ich noch bei meinen Eltern in Bramfeld. Das hiess jeden Morgen um 5:30 aufstehen, damit ich den Bus um 6:20 kriegen konnte - denn eineinhalb Stunden brauchte ich schon, um ohne Hetze in die Uni nach Harburg zu fahren. Was nicht unwesentlich an der besch*enen ÖPNV-Anbindung lag. Also bin ich nach dem zweiten Semster ins Studentenwohnheim umgezogen. Das war mehr oder weniger eine Bauchentscheidung, eine Kostenfrage war es nicht wirklich (ich hatte vorher etwa das an Internetkosten, was ich jetzt an Miete bezahle, und habe hier jetzt eine Standleitung direkt in die TUHH, statt einer popeligen ISDN-Verbindung :-) (Nein, DSL gabs damals noch nicht... wenigstens wir hatten keins.)
Die Netzwerk AGDie Harburger Wohnheime (es sind vier Blöcke, die zusammen verwaltet werden) sind seit 1996 über eine 2MBit-SDSL-Standleitung von der Telekom mit der TUHH vernetzt. Die TUHH hat den Wohnheimen zwei C-Netze (134.28.72.* und 134.28.73.*) überlassen, damit die knapp 350 Zimmer plus Gemeinschaftsräume, Server, Router, Switches usw. alle was abbekommen. Wir haben also im Wohnheim offizielle IP-Adressen. Das heisst natürlich, daß wir etwas rigorosere Firewall-Regeln haben als andere Wohnheime. Es gibt einige Restriktionen für den Internetzugang innerhalb der Wohnheime. Zusätzlich werden von der TUHH einige Filesharing-Dienste blockiert. Das Netzwerk wird von der Netzwerk-AG mit Unterstützung des TU-Rechenzentrums (TURZT) betreut und steht offiziell unter der Verwaltung des Studentenwerkes. Ich habe nach knapp einem Jahr im Wohnheim angefangen die Netzwerk-AG zu unterstützen, nachdem dann die alten NetzwerkAG-Mitglieder auszogen war ich einige Monate alleine für knapp 350 Studenten und deren Internetprobleme zuständig. Da damals noch alles halbwegs funktionierte, war das auch machbar. Alle weiteren Unverschämtheiten, die jetzt folgen, sind natürlich nie in der Realität passiert und ein reines Produkt meiner unvorstellbar primitiven Fantasie. Nicht daß mich hier noch jemand auf Verleumdung verklagt oder sowas. :-) "Betreuung" der Netzwerk AG vom Studentenwerk (StW)Nur zeigte sich leider irgendwann die totale Inkompetenz bezüglich Netzwerken und Computern des Verantwortlichen im Hamburger Studentenwerk. Die Person, um die es hier geht, ist "verantwortlich" für die Vernetzung aller Hamburger Studentenwohnheime. Das Grundproblem war auch nicht, daß er keine Ahnung hatte: das ist verzeihbar, er hat sicherlich noch mehr um die Ohren als die Internetzugänge. Das Problem war stattdessen, daß er zeitweise der Meinung war, keine Ahnung zu brauchen, um Entscheidungen zu fällen. Und sich auch von Leuten, die offensichtlich mehr Ahnung haben als er, nichts sagen läßt - ausser sie sind seiner Meinung (oder tun zumindest so). Und damit meine ich nicht einmal primär mich selber. Ein paar Aussagen von ihm als Beispiele:
Daß wir auf der Wohnheim-Homepage zeitweise Hinweise auf Sicherheits-Updates der verschiedenen Betriebssysteme veröffentlichten und Empfehlungen gaben, wie man diese repariert bzw. behebt, und daß wir in den Anleitungen für die Benutzer für jede Netzwerk-Einstellung alle gefragten Betriebssysteme (MacOS, Linux, OS/2, ...) berücksichtigten, hielt er ferner für "albernen Linux-Fanatismus" (obwohl derjenige, der diese Texte ursprünglich geschrieben hatte, selbst gar kein Linux benutzte) - und wollte auch nicht hören, daß wir genau diese Fragen ständig in der NetzAG-Sprechstunde gestellt bekamen und sie nur dort veröffentlichten, damit wir sie nicht 10x am Tag beantworten müssen.
Die KrönungAber das beste kommt noch: Wir (unser Wohnheim) waren die ersten, die überhaupt einen Zugang hatten. Das ganze war ursprünglich eine freiwillige Aktion von Studenten. Das StW schoss damals bloss die nötigen Mittel für die innere Verkabelung der Wohnungen, die Hubs und den ersten Server vor. (Dafür bekommt das StW seit jeher einen Anteil der Miete, sozusagen Extrem-Langzeitkredit-Abstottern, womit das StW die Vernetzung der anderen Wohnheime finanziert). Nach knapp fünf Jahren, im Jahre 2001, hatten einige Dutzend Hamburger Wohnheime ebenfalls einen Netzwerkzugang - natürlich mit deutlich modernerer Hardware. Und wir dümpelten immer noch mit einem Pentium-Pro 200 und einer 10MBit-Netzwerkkarte rum - der Mail-, News-, Proxy-, /Router-, Gateway-, Firewall-Server für 350 Bewohner. Auf dieser Möhre lief eine 1997 installierte, seitdem quasi nie von der ersten NetzAG aktualisierte SuSE 5.irgendwas-Distribution mit sendmail, bind, und allen anderen Katastrophen. Also fragten wir nach Geld für einen neuen Server. Wir machten einen Vorschlag, der so um die 2500.- DM lag. Und die Fragen, die zurück kamen:
Naja. Wir haben ihm das alles beantwortet (am gleichen Tag des Eingangs der EMail). Drei Wochen später (!!!) kam die Mail zurück: "Ja, und warum ist der Rechner jetzt teurer?" Weil die Einzelpreise aufgeschlüsselt werden sollten vielleicht? So ging das knapp ein Jahr lang. Ab und an schwankten die Preise um ein paar Euro, ab und an meinte er, er könnte die CPU aber bei seinem Händler fünf Mark billiger bekommen, und so weiter. Ich möchte nicht wissen, was der für einen miserablen Lohn bekommt, dass er mit uns wochen- und monatelang um zweistellige Summen feilschen muss. Zwischendurch war er mal im Urlaub oder es gab andere Sachen zu besprechen, oder wir hatten Klausuren und konnten nicht - aber in der Regel antworteten wir innerhalb von 2-3 Tagen und er immer so nach 2-3 Wochen. Vorschläge, von wegen wir bekommen ein festes Budget und haushalten damit selber, wurden ohne Überlegung abgeblockt - wir müssen seit jeher wegen jedem Popelkram betteln gehen. Ob es ein zusätzliches Netzwerkkabel oder eine Packung CD-Rohlinge für Backups ist, alles wird schriftlich beantragt, und (nach Aushändigung der Rechnung) dann "irgendwann" mal zurückgezahlt. (Auf die Zahlung einer neuen Festplatte nach einem Headcrash habe ich knapp zwei Monate gewartet. Siehe auch http://asta.whm.tu-harburg.de/~material/ausfall.php.) Aber wehe, wir verwenden private Hardware für Administrationsaufgaben. Das ist eine "datenschutzrechtliche Katastrophe" und wer das macht, ist "unverantwortlich" - daß die Alternative wegen seiner Trägheit u.U. monatelanger Ausfall des ganzen Netzwerkes gewesen wäre, interessierte ihn nicht.
Druckmittel Traffic-StatistikenIrgendwann reichte es uns dann wirklich. Unser Server (hauptsächlich wegen dem Proxy (Squid) und dem Traffic-Accounting) war zu Stosszeiten bei einer CPU-Last von 107% (davon habe ich noch einen Screenshot :) und es lief zwar alles "prinzipiell", aber wir hatten absolut keinen Spielraum für weitere User, oder weitere Features, oder gar Updates auf dem Server. Ein Steckenpferd von unserem "Chef" waren die Traffic-Statistiken. Er wollte immer genau wissen, wieviel Bytes jeder Student übertragen hatte, wieviele wegen Traffic-Quotenüberschreitung gesperrt wurden und so weiter. Das brachte aber dem Server, den wir hatten, regelmäßig auf die Knie. Irgendwann verloren wir dann zwei Monate Statistiken, weil zwei cronjobs sich gegenseitig überlagerten (die eigentlich nur einmal am Tag laufen sollten!) und teilten ihm mit, daß unserer Server wegen Überlastung keine Traffic-Statistiken mehr erstellen konnte. Bingo: Zwei Wochen später hatten wir unseren neuen Server. Plötzlich war das alles gar kein Problem mehr und wir konnten die Teile kaufen, und bekamen das Geld einige Wochen später erstattet. (Nein, Vorschuss war nicht - wir mussten das Geld vorher zusammenkratzen. Sehr witzig für einen Studenten, mal kurz knapp 1300 Euro "vorzuschiessen".)
Zuletzt geändert am: 14.02.2005 13:34
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